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⇐ FS-X – 15 – Manipulation durch soziale Strukturen 09.07.2009 In seinem Fortsetzungssachbuch zum Thema mentale Versklavung schweift Dr. Hans Ulrich Gresch etwas ab und geht auf den Drogenkrieg ein, der in den Fünfzigern zur gleichen Zeit stattfand wie die Drogenprogramme der CIA. Neben der Persönlichkeitsspaltung der Gesellschaft stellt er heraus, wie soziologisch eine Persönlichkeitsspaltung stabilisiert werden kann.. Nach diesem kleinen Exkurs kommt er auf einen wichtige Figur im MK-Ultra-Projekt des CIA zu sprechen.
Reporterbericht: Kontaktlink zu Dr. Hans Ulrich Gresch [ Homepage ] (- Diplom-Psychologe und promovierter Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler.)
Fortsetzungs-Sachbuch von Dr. Hans Ulrich Gresch zum Thema mentale Versklavung – Teil 3: Methoden der absichtlichen Persönlichkeitsspaltung - Die Drogenkrieger
Die folgende Abschweifung in die Geschichte des amerikanischen Kriegs gegen die Drogen (War on Drugs) berührt das Thema "Bewusstseinskontrolle durch Persönlichkeitsspaltung" nur am Rande. Dennoch habe ich diesen Aspekt in mein Buch aufgenommen, weil er zeigt, dass die Bewusstseins- und Persönlichkeitsspaltung keineswegs nur ein individuelles, sondern ein gesamtgesellschaftliches Phänomen ist. Spaltungen werden gebahnt, aber nicht nur durch die modulare Struktur des menschlichen Gehirn-Psyche-Systems , sondern auch durch die Tendenz moderner Gesellschaften, Spaltungen zu belohnen oder auch zu erzwingen.
Der Film "Reefer's Madness" ist zugleich ein Meisterwerk politischer Propaganda und ein abschreckendes Beispiel misslungener Drogenprävention. Der Streifen ist so widersprüchlich wie die Persönlichkeit und das Verhalten Harry J. Anslingers, des Urhebers der Ideen, die in diesem Film propagiert werden. Er ist so widersprüchlich wie die Gesellschaft, auf die er zugeschnitten war.
Als Chef des "Federal Bureau of Narcotics" versuchte Anslinger, Menschen vor den Gefahren der Drogen zu schützen. Doch zugleich unterstützte er die CIA bei der Suche nach geeigneten Drogen zur Kontrolle des menschlichen Bewusstseins gegen den Willen und ohne Wissen der Betroffenen.
"Reefer Madness" kam 1936 in die Kinos. Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde er ausgegraben und in Studentenkinos einem überwiegend jungen Publikum gezeigt. Er erzeugte brüllende Heiterkeit bei den oft bekifften Zuschauern.
Das durch die wilden Sechziger und die Hippie-Bewegung abgeklärte Publikum durchschaute die simple Horrorpropaganda und empfand die suggestive Methodik des Films als unfreiwillig komisch.
Doch dieser Film war ursprünglich nicht als Satire gedacht. Er sollte vielmehr die Zuschauer motivieren, sich für ein strenges Anti-Marihuana-Gesetz auszusprechen. Dies zeigt die eine Analyse des Films von Steven Jacobson, die ich im folgenden etwas verkürzt referiere:
Der Moderator des Films, der Highschool-Direktor Dr. Carroll agiert, als habe er soeben einen Grundkurs der hypnotischen Bewusstseinskontrolle absolviert. Der Film zeigt ihn bei einen Vortrag über die Gefahren des Marihuana-Rauchens. Dr. Carroll liest scheinbar Fakten von einem weißen Blatt ab. Doch dieses Blatt erscheint groß mitten auf der Leinwand und steuert die Augenbewegungen des Betrachters wie der pendelnde Zeigefinger des Hypnotiseurs.
Dr. Carroll spricht rhythmisch, mit gelegentlichen Veränderungen der Lautstärke, des Tonfalls und der Intervalle zwischen den Pausen. Der Direktor strahlt Autorität aus; seine Stimme ist bestimmend und dominant. Er lässt keinen Zweifel an der Wahrheit seiner Botschaft. Er pflegt einen patriarchalischen Kommunikationsstil und starrt dem Publikum unverwandt in die Augen. Er akzentuiert seine Rede, indem er mit der Faust rhythmisch aufs Pult schlägt. Dr. Carroll behauptet, dass Marihuana-Konsum zwangsläufig zu schockierenden Gewaltausbrüchen führe und nur zu oft in unheilbarem Irrsinn ende.
Zugleich aber zeigt der Film Szenen, in denen junge Leute friedlich Marihuana rauchen, eine Party feiern, tanzen, lachen, sich küssen und sich schließlich in eindeutiger Absicht ins Schlafzimmer zurückziehen.
Der Film vermittelt also zwei Aussagen, die miteinander in Konflikt stehen. Die eine Aussage animiert zum Konsum von Marihuana, die andere zum Kampf gegen diese tödliche Gefahr.
Den Konsumszenen folgt ein Dialog zwischen Carroll und einem ungenannten "Government Men", einem Mann der Regierung. Der Direktor sagt: "Ihr Leute von der Regierung müsst doch endlich etwas dagegen tun!"
Der Regierungsvertreter antwortet: "Sie haben ja recht. Aber Marihuana ist nicht mit anderen Rauschgiften (Dope) zu vergleichen. Es wächst wild in beinahe jedem Staat der Union."
Der Begriff "Dope" bezeichnete in jener Zeit üblicherweise harte Drogen wie Heroin. Aber in diesem Film wird "Dope" nicht nur mit Marihuana in Verbindung gebracht, sondern durch den Soundtrack sogar noch besonders hervorgehoben. Es ging darum, dass Kraut mit harten Drogen auf eine Stufe zu stellen.
Wer der geistige Urheber von "Reefer Madness" war, zeigt ein Vergleich der Schriften Harry J. Anslingers mit dem Drehbuch des Films und vor allem mit den Äußerungen des ungenannten Regierungsmannes. Die Texte stimmen zum Teil beinahe wortwörtlich überein.
Harry Anslinger und das von ihm geleitete "Federal Bureau of Narcotics" kreierten das "Marihuana-Problem", um ein Verbot dieser Droge zu erzwingen. Anslinger schrieb ein Buch und zahlreiche Artikel, in denen er Marihuana als Mörderin der Jugend brandmarkte. Darüber hinaus erschien eine größere Zahl von Schreckensberichten in Tageszeitungen und populären Magazinen, in denen die Handschrift Anslingers deutlich wurde.
Aus heutiger Sicht muten Anslingers Auffassungen grotesk an, und schon damals sagte ein Vertreter der "American Medical Association" vor einem Untersuchungsausschusses des Kongresses aus, dass die Position Anslingers nicht durch die wissenschaftliche Forschung gedeckt sei. Doch letztlich setzte sich der umtriebige Leiter der Drogenbehörde durch.1)
Anslinger war einer der entschlossensten und erfolgreichsten Drogenkrieger der Vereinigten Staaten. Gleichzeitig aber kooperierte das Federal Bureau of Narcotics mit der CIA. 1953 betraute dieser Geheimdienst das Bureau und seinen Chef Anslinger mit der Aufgabe, LSD und andere Drogen auf ihre Eignung für geheimdienstliche Zwecke zu testen. Als Versuchspersonen sollten amerikanische Bürger eingesetzt werden - ohne ihr Wissen und Einverständnis. Anslinger legte diese Aufgabe in die Hände George Hunter Whites. White war einer der wichtigsten Mitarbeiter Anslingers und zudem ein enger Freund. Der Chef des CIA-Drogenprogramms, Sidney Gottlieb, hatte Anslinger persönlich darum gebeten, den hemdsärmeligen Drogenfahnder White einzusetzen.
Wie nicht anders von einem Agenten der obersten Drogenbehörde zu erwarten, war White in der Öffentlichkeit ein entschiedener, kompromissloser Gegner aller Drogen. Andererseits probierte er jede Droge aus, die ihm in die Finger kam, und der Alkohol, den er innigst liebte, zerstörte seine Leber. Whites Experimente verstießen nicht nur gegen die Gesetze der Vereinigten Staaten, sondern standen auch in krassem Widerspruch zu den elementarsten Menschenrechten.
So betrieb White z. B. im Auftrag der CIA und mit Billigung Anslingers in San Francisco ein Forschungslabor, das als Bordell getarnt war. Er bezahlte Prostituierte dafür, LSD in die Drinks ihrer Freier zu mischen und dann mit ihnen zu schlafen. White beobachtete die Vorgänge durch einen Einwegspiegel. Dabei saß er auf einer tragbaren Toilette und trank einen Martini nach dem anderen. Das Projekt trug den Namen "Midnight Climax". Die CIA interessierte sich u. a. dafür, ob man Sex unter dem Einfluss einer halluzinogenen und stark aphrodisischen Droge für geheimdienstliche Zwecke ausbeuten konnte.2)
Um einen Rechtsstreit mit dem Sachbuchautor Douglas Valentine zu vermeiden, gab die CIA im Februar 2000 fast 90 Seiten aus Whites Tagebuch frei. Wie üblich waren diese Seiten heftig zensiert, doch versehentlich waren einige Namen von Opfern, die White unter Drogen gesetzt hatte, nicht geschwärzt worden. Zu den in Whites Tagebuch erwähnten Opfern zählte Barbara Smithe. White gab ihr ohne ihr Wissen und Einverständnis am 11 Januar 1953 eine Dosis LSD.
Damals war sie 19 Jahre und hatte eine kleine Tochter von zwanzig Monaten. 1958 brach sie psychisch zusammen, wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen und blieb dort bis zu ihrem Tod im Jahre 1978. Es ist nicht auszuschließen, dass ihre psychische Erkrankung eine Folge des unfreiwilligen LSD-Experiments war. White war im übrigen so skrupellos, Barbara LSD in den Drink zu mixen, obwohl ihr Baby anwesend war.3)
Ein weiteres Beispiel für das Interesse der CIA an LSD in dieser Zeit sind die Forschungen des Psychiaters Harris Isbell, der am "Addiction Research Center" in Lexington (USA) wirkte. Dieses Forschungszentrum war eine Abteilung eines staatlichen Krankenhauses, des "Public Health Service Hospitals". Angeblich handelte es sich um eine Einrichtung zur Behandlung von straffälligen Heroinsüchtigen. Dr. Isbell allerdings praktizierte zu diesem Zweck überaus merkwürdige Methoden.
So erhielt zum Beispiel eine Gruppe überwiegend schwarzer Insassen an 75 aufeinander folgenden Tagen LSD in höchster Dosierung. Isbell suchte mit diesem Experiment nach Wegen, die Toleranz gegenüber Halluzinogenen überwinden. Bekanntlich entwickelt sich bei wiederholter Einnahme von LSD nach kurzer Zeit eine sich verstärkende Toleranz, so dass die Droge relativ schnell ineffektiv wird und erst nach einem Intervall von mehreren Tagen bis Wochen wieder ihre volle Wirkung entfaltet. Um die Gefangenen zur Teilnahme an diesem mörderischen Drogenmarathon zu gewinnen, war Dr. Isbell bereit, sie in jener Währung zu bezahlen, die sie am meisten schätzen: Er gab ihnen zur Belohnung Heroin.
Isbells Forschungszentrum war bei den Abhängigen sehr beliebt. Rund 90 % der entlassenen Patienten kamen wieder.
Und auch der Staat war begeistert von Isbells Forschungen. Das "National Institute of Mental Health (NIMH)" gewährte ihm uneingeschränkte Förderung und großzügige finanzielle Unterstützung.
Das Geld wurde vom NIMH allerdings nur weitergeleitet. Es stammte ursprünglich aus Kassen der CIA, die auch Isbell selbst auf ihrer Gehaltsliste hatte.4)
Isbells Drogenexperimente waren Bestandteil der damals ultrageheimen Gehirnwäscheprojekte dieses Geheimdienstes der Vereinigten Staaten. Er sollte neben dem bereits erwähnten Toleranzproblem u. a. erforschen, ob Drogen die Hypnotisierbarkeit beeinflussen.5)
Die Beispiel zeigen, dass die Einstellung der amerikanischen Politik zu den Drogen durchaus zwiespältig war: Einerseits sollte die Bevölkerung durch Prävention und Therapie vor den Gefahren der Drogen geschützt werden, andererseits wurden dieselben Drogen im Namen der nationalen Sicherheit eingesetzt. Sie wurden sogar Amerikanern und Ausländern ohne ihr Wissen und Einverständnis verabreicht, obwohl die CIA LSD und verwandte Drogen für extrem gefährlich hielt.6) Die Spaltung zwischen einem teilweise beinahe hysterischen Antidrogenkrieg einerseits und menschenrechtswidrigen Drogenexperimenten andererseits verlief, wie an den Beispielen Anslinger, White und Isbell gezeigt, teilweise durch die Köpfe der Beteiligten und hinterließ ihre Spuren in den Strukturen der Gesellschaft. Die Spaltungen in den Köpfen und den gesellschaftlichen Verhältnissen bilden eine höchst widersprüchliche Einheit. Es handelt sich um inszenierte Spaltungen auf Grundlage von Skripten. Es gibt natürlich auch Spaltungen, die nicht inszeniert sind und nicht auf einem Skript beruhen. Hier denke ich zum Beispiel an die Spaltung eines Baumstamms durch einen Blitz.
Beispiele für die inszenierte Spaltung auf Grundlage eines Skripts sind die Enthauptung bei einem Hinrichtung mit dem Beil oder die gesteuerte Zersplitterung der Persönlichkeit angesichts eines unerträglichen seelischen Traumas. Die Inszenierung ist die Verwirklichung des Skripts eines Autors durch einen Akteur unter Anleitung eines Regisseurs. Die einzelnen Rollen können natürlich jeweils auch durch mehrere Personen besetzt sein und eine Person kann mehrere Rollen übernehmen.
Ein zehnjähriges Mädchen wird vom Vater missbraucht. Mutter ignoriert den Missbrauch. Beide Eltern sind sich stillschweigend einig, dass dieses schmutzige Familiengeheimnis nicht nach außen dringen darf. Als das Mädchen weinend gegenüber der Mutter andeutet, was der Vater nachts mit ihr treibt, sagt die Mutter: "Das hast Du Dir nur eingebildet. Gute Mädchen vergessen so etwas sofort wieder und böse Mädchen kommen ins Erziehungsheim!"
In der Schule spielt das missbrauchte Mädchen die Rolle der guten, braven Schülerin. Nur hin und wieder starrt es wie im Trance aus dem Fenster, beißt an den Fingernägeln, schlägt aggressiv nach ihrer Banknachbarin. Die Lehrerin verstärkt die gute Schülerin und versucht das gelegentliche, störende Verhalten mit pädagogischem Geschick abzubauen.
Die Rollen sind hier relativ klar voneinander abgegrenzt. Vater und Mutter sind die Autoren des Skripts, die Lehrerin ist die Regisseurin, das Kind ist die Akteurin der Spaltung (und zugleich deren Objekt). Es ist die gute Schülerin in der Schule und die willige Lolita im Bett. Zum Skript gehört in der Regel ein Schweige- und ein Erinnerungsverbot. Lolita darf sich nicht daran erinnern, dass sie ein Schulmädchen ist; das Schulmädchen darf sich nicht daran erinnern, dass es auch Lolita ist. Und es darf natürlich erst recht nicht darüber sprechen. Die Lehrerin darf sich nicht daran erinnern, was die auffälligen Symptome des Kindes bedeuten könnten und erst recht darf sie nicht darüber sprechen. Sie weiß, wie viel Ärger es bedeuten kann, wenn man die Eltern einer Schülerin des sexuellen Missbrauchs verdächtigt.
Wir finden diese Dreiteilung (Autor, Regisseur, Akteur) nicht nur bei intrapsychischen Spaltungen. Im alten Russland brachen die Zaren gern mal ein Judenpogrom vom Zaun, wenn der Unmut im Volke anwuchs und ein Ventil brauchte. Den Part des Autors spielte der Zar, die Regisseure waren bezahlte Hetzer, die Akteure aufgehetzte Teile der Bevölkerung (und das Objekt der Spaltung war die Gesellschaft insgesamt).
Doch unabhängig davon, ob sich die Spaltung in der Innen- oder in der Außenwelt vollzieht: Es geht um Macht. Bei pathologischen Spaltungen müssen wir immer nach drei Rollenträgern Ausschau halten. Wenn wir uns nur auf die Akteure konzentrieren, werden wir diese Prozesse niemals verstehen. Das entscheidende Bindeglied zwischen den drei Rollenträgern ist das Skript, das "Drehbuch" der Spaltung. Die Frage lautet: Wem nützt die Inszenierung des Skripts? Was verrät die Art der Inszenierung über den Autor, den Regisseur, den Akteur?
Die intrapsychische Spaltung ist kein individueller Vorgang. Sie ist stets in gesellschaftliche Prozesse einbezogen. Bei einem sexuell missbrauchten und multiple gewordenen Kind wird die Spaltung z. B. durch wechselseitige Verhaltensmuster in der Familie, in der Schule, in Freundeskreisen geformt. Regisseure in diesen und andere Lebenswelten konditionieren die Spaltung, oft ohne es zu wissen und zu wollen.
Mitunter besitzt die Spaltung historische Dimensionen. Ein (fiktives?) Beispiel:
Spezialisten einer Partisanengruppe spalten absichtlich die Persönlichkeit eines Kindes und dressieren die Persönlichkeitsfragmente. Eine Teilpersönlichkeit wird später ein ganz normales Leben als Schuster, Bäcker, Rechtsanwalt oder Arzt führen. Die zweite Teilpersönlichkeit aber wird zu einem Kämpfer ausgebildet, der bedingungslos gehorsam Befehlen folgt. In Friedenszeiten wird die erste Teilpersönlichkeit aktiviert, die nichts von der Existenz der zweiten Teilpersönlichkeit weiß. Wird aber der Staat von einer fremden Macht besetzt, so aktivieren die Führer der Partisanengruppe durch einen Code die zweite Teilpersönlichkeit. Diese zweite Teilpersönlichkeit ist ein mentaler Roboter, ein Mandschurischer Kandidat, der durch Bewusstseinskontrolltechniken seines freien Willens beraubt wurde. Er verübt "auf Knopfdruck" Attentate, begeht Sabotage oder er sprengt sich, z. B. in der Nähe militärischer Einrichtungen der Okkupanten, mit einer tragbaren Atombombe (Mini Nuke) selbst in die Luft.
Wäre in dieser politischen Phantasie der Auftraggeber dieser Partisanentruppe der Geheimdienst eines demokratischen Staates, so käme zu diesen vielschichtigen Spaltungen nach die Spaltung zwischen demokratischen, rechtsstaatlichen Prinzipien und menschenrechtswidrigen Praktiken hinzu. Und über all diesen Spaltungen lastet in dieser politischen Phantasie ein Tabu: Es ist verboten, darüber zu sprechen, ja, sich auch nur daran zu erinnern. In den folgenden Kaptiteln werde ich Fakten und Aussagen mutmaßlicher Opfer präsentieren, die dieser Phantasie Nahrung geben.
Fortsetzungs-Sachbuch von Dr. Hans Ulrich Gresch zum Thema mentale Versklavung – Teil 3: Methoden der absichtlichen Persönlichkeitsspaltung - Camerons Experimente mit LSD
Bedeutsamer als die Experimente mit Freiern oder Heroinabhängigen, in denen LSD isoliert und nicht als Bestandteil einer umfassenden Gehirnwäsche-Strategie eingesetzt wurde, war die Arbeit des Psychiaters Donald Ewen Cameron (1901-1968). Der gebürtige Schotte und 1942 eingebürgerte US-Amerikaner Cameron gründete 1943 an der McGill-Universität in Montreal (Kanada) das Allan Memorial Institute, das für viele ahnungslose Menschen zu einem Haus des Schreckens werden sollte. Durch Fleiß, Tatkraft und politisches Geschick gelang es ihm, dieses Institut zu einem weltweit anerkannten psychiatrischen Forschungszentrum zu entwickeln. Bereits zwei Jahre nach Gründung war Camerons Ruf so ausgezeichnet, dass er nach Nürnberg eingeladen wurde. Dort sollte er während der Nürnberger Prozesse Rudolf Hess psychiatrisch begutachten und diagnostizieren. Mitte der fünfziger Jahre hatte der agile Psychiater den Gipfel seiner Macht erklommen: Er war Professor für Psychiatrie der McGill-Universität, leitender Psychiater des Royal Victoria Hospitals und Direktor des Alan Memorial Institutes. Innerhalb kurzer Zeit wurde er zum Präsidenten des Amerikanischen Psychiatrieverbandes, des Psychiatrieverbandes von Quebec und Kanadas, des Weltverbandes der Psychiatrie, der Gesellschaft für Biologische Psychiatrie und des Amerikanischen Psychopathologischen Verbandes gewählt.7)
Cameron entwickelte neue Formen der biologisch orientierten Psychotherapie, die er "depatterning treatment" und "psychic driving" nannte. Diese Methoden kombinierten massive Elektroschocks, erzwungenen Schlaf, diverse Drogen und suggestive Botschaften zu einer pseudo-medizinischen Mixtur, die bei nüchterner Betrachtung nur als eine besonders brutale Form der Gehirnwäsche bezeichnet werden kann. Camerons Gehirnwäsche-System werde ich mich in späteren Abschnitten dieser Schrift zuwenden und mich im folgenden auf die Rolle konzentrieren, die LSD dabei spielte. Seine diesbezüglichen Forschungen wurden im übrigen zum Teil von der CIA finanziert. Das Geld floss über eine Tarnorganisation des amerikanischen Geheimdienstes, der "Society fort the Investigation of Human Ecology".
Der investigative Journalist John Marks behauptet, Cameron habe nicht gewusst, dass die CIA die Quelle der Forschungsmittel sei.8) Der kanadische Psychiater und Mind-Control-Spezialist Colin Ross bezweifelt dies: "He was too politically connected to be unwitting."9) (Er hatte zu viele politische Verbindungen, um unwissend zu sein.)
Cameron benutzte LSD nicht zur Bewusstseinserweiterung wie die Hippies der Sechziger, auch nicht zur Erforschung des Unbewussten wie Timothy Leary oder John Lilly und erst recht nicht als intensivierte Form der Psychoanalyse wie Hanscarl Leuner, sondern als Mittel in seinem Gehirnwäscheprogramm. Seine Patientin Val Orlikow z. B. kam zu ihm mit einer Depression. Cameron behandelte sie stationär. Während er die psychotherapeutischen Gespräche mit ihr führte, kam ein anderer Arzt ein- bis viermal in ihr Krankenzimmer und gab ihr eine Injektion, bei der das LSD entweder mit einer stimulierenden oder mit einer antidepressiven Droge vermischt war. Danach musste sie in ihrem Zimmer allein bleiben und sich ein Tonband anhören, dass pausenlos Auszüge aus ihren Therapiesitzungen mit Cameron abspielte. Sie musste dabei alles aufschreiben, was ihr durch den Kopf ging. Diese Prozedur wurde in einem Zeitraum von zwei Monaten 14mal wiederholt. Val Orlikow erlebte unter dem Einfluss des Drogencocktails fürchterliche Panikzustände (Horror-Trips) und war kaum in der Lage, irgend etwas aufzuschreiben. Sie hasste die LSD-Behandlung und bat Cameron mehrfach, damit aufzuhören. Doch er nötigte sie immer wieder dazu, weiter zu machen.10)
Es ist sicher zutreffend, dass auch an anderen psychiatrischen Kliniken in dieser Zeit mit LSD experimentiert wurde. Doch Camerons Kombination dieses Halluzinogens mit anderen Drogen und Elektroschocks, die Häufigkeit der Behandlungen, die soziale und sensorische Isolation der Patientinnen und Patienten waren einzigartig.11) Cameron wollte mit LSD in erster Linie den Widerstand der Patientinnen bzw. Patienten brechen, ihre wunden Punkte ans Licht bringen und sie so für seine Indoktrinationen öffnen.12) Es versteht sich beinahe von selbst, dass Cameron seine Opfer nicht über die Wirkungen der Droge LSD aufklärte.13)
Offensichtlich versuchte der Psychiater, seine Opfer mit LSD und anderen Mitteln in einen extremen Stresszustand zu versetzen und eine sog. transmarginale protektive Inhibition in ihrem Nervensystem hervorzurufen. Dies ist ein traumatisch bedingter Nervenzusammenbruch mit höchstgradig gesteigerter Suggestibilität. Meines Wissen gibt es keine (veröffentlichten) Studien dazu, wie LSD in diesem Zustand wirkt. Man kann aber vermuten, dass dies die Tendenz des LSD zur Auflösung der Identität ins Extrem verstärkt.
Schließlich gelangte Cameron allerdings zu der Überzeugung, dass sich LSD für seine Ziele wenig eigne. Die Droge werde sowohl hinsichtlich ihres Nutzens, als auch ihrer Gefahr weit überschätzt.14)
Wie bereits ausführlich begründet, dürfte diese Einschätzung Camerons zutreffen, da die Wirkung des LSD unberechenbar ist und von einer Vielzahl von Faktoren in der Umwelt und in der Persönlichkeit des LSD-Konsumenten abhängt. Diese Vielzahl der Einflussgrößen entzieht sich der Kontrolle. Möglichst weitgehende, am besten totale Kontrolle über die psychischen Zustände des Opfers ist aber das A & O der absichtlichen Persönlichkeitsspaltung und Dressur der Persönlichkeitsfragmente. LSD spielt daher in diesem Bereich nur eine untergeordnete Rolle, trotz der anfänglich gewaltigen Hoffnungen, die CIA-Psychiater in den fünfziger und, mit zunehmendem Realismus, in den sechziger Jahren in diese Droge setzten.
Doch nicht nur LSD, auch die diversen anderen Drogen, die in den Gehirnwäsche-Projekten eingesetzt wurden, bereiteten der CIA Sorgen. So heißt es auch in dem Bericht über die Inspektion von MKULTRA aus dem Jahre 1963, die Anwendung dieser Drogen im operativen Einsatz bleibe "eher eine Kunst als ein wissenschaftliches Verfahren. Eine bedeutsame Zahl von Merkmalen der Zielperson, wie z. B. Geschlecht, Alter, Gewicht, allgemeine Gesundheit, sozialer Status und Persönlichkeitsstruktur, könnte für die weitgehend variierenden und unvorhersehbaren Reaktionen auf eine bestimmte Droge in einer bestimmten Dosierung verantwortlich sein."Liste der Endnoten
2) Lee & Shlain (1985/1992)
4) Lee & Shlain (1992), 24 f.
6) CIA, Memorandum for the Record, Subject: International Federation for Internal Freedom (IFIF), 1 November 1962, MORI ID: 146149
7) Die biographischen Informationen über Cameron habe ich Weinstein (1990) entnommen, und zwar dem Kapitel: „My Fathers Doctor: Ewen Cameron, M.D.“, 89-104
8) Marx (1988), 141 Fußnote (*)
11) Weinstein (1990), 194 f.
Zusammenfassung, Übersicht, Zusatzinformation, ..Redaktion buergerstimmen.de - Dr. Dieter Porth, Göttingen:
Die Literatur findet man im Startartikel zu diesem Fortsetzungssachbuch oder in der Original-PDF-Datei auf der Website des Autoren. Dr. Hans Ulrich Gresch. Die Startseite mit dem Literaturverzeichnis finden sie, wenn sie in der Sammelübersicht "Schläfer" (siehe oben) nach dem untersten Link suchen. In der Schlagzeile findet sich der Suchausdruck "FS-0".
PDF-Datei auf der Website des Autoren. Dr. Hans Ulrich Gresch. Die Startseite finden sie, wenn sie in der Sammelübersicht "Schläfer" (siehe oben) nach dem untersten Link suchen. In der Schlagzeile findet sich der Suchausdruck "FS-0".Dr. Dieter
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