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27.7. - Bewegungslabor oder Physik im Tanz erleben
21.07.2010 In einer Pressemeldung wird auf die interdisziplinäre Veranstaltung Bewegungslabor „Lebendige Physik“ hingewiesen, die am 27.7. von 15-17 Uhr im Uni-Sportzentrum am Sprangerweg vorgestellt wird. Das Seminar wendet sich an praktizierende und angehende Physiklehrer, die ihren Schüler die Physik der Mechanik (beim Tanzen) am eigenen Leib erfahren lassen wollen.
Emailnachricht: [ Homepage ]
Meldung - Einladung - an alle PhysiklehrerInnen, PhysikdidaktikerInnen, Studierende dieser Fachrichtungen und sonstige Interessierte zum Bewegungslabor "Lebendige Physik"
Warum nicht mal man den Physikunterricht in die Turnhalle verlegen, um dort die Gesetze der Mechanik am eigenen Körper zu erleben und mit ihnen zu experimentieren? Das Spielen mit und Erforschen von Kräften auf der Grundlage der Tanzform Contact Improvisation kann Lehrplaninhalte veranschaulichen und sinnlich erfahrbar machen.
Im Rahmen des internationalen Festivals Contact meets Contemporary in Göttingen wird dieses interdisziplinäre Konzept vorgestellt.
TänzerInnen treffen auf PhysiklehrerInnen, beide können voneinander profitieren und ihre jeweilige Disziplin aus einem neuen Blickwinkel betrachten.
Keine Angst, niemand muss körperliche Höchstleistungen vollbringen, aber bequeme Trainingskleidung ist von Vorteil.
Ort: Uni-Sportzentrum, Sprangerweg 2, Göttingen Zeit: Dienstag, 27. Juli, 15 -17 Uhr,
im Anschluss Möglichkeit zum Austausch bis 18.30 Uhr
Wer möchte, ist herzlich eingeladen noch zu bleiben, mit uns zu essen und sich abends bei der "Jam" die angewandte Physik in Aktion anzusehen.
(Essen und Jam gegen einen Unkostenbeitrag von 10 €).
Seminarsprache Englisch und Deutsch Kosten:
20€, Studierende 10€
Anmeldung [- Daten kann bei der Redaktion erfragt werden -]
Leitung Heike Pourian, Dipl. Kulturpädagogin, Nürnberg,
Bei Fragen : 0911 – 366 802 14
Kurzbeschreibung des Konzepts auf den folgenden Seiten
Auf der Suche nach einem selbstbestimmten Lernen mit allen Sinnen
habe ich auf der Grundlage der Contact Improvisation das Bewegungslabor
entwickelt, das sich mit Inhalten des Faches Physik verknüpfen lässt.
Was ist Contact Improvisation?
Der Contact Improvisation, einer Duettform des zeitgenössischen Tanzes liegt das Interesse zugrunde, die physikalischen Gesetzmäßigkeiten von Körpern in Bewegung zu erforschen. Aneinanderlehnen, Balancen finden, sich gegenseitig durch den Raum schieben, rollen, schleudern, tragen, Gewicht geben und nehmen, Raumebenen, Hebel und Impuls für die gemeinsame Bewegung nutzen…
Das Ganze kann - muss aber nicht – äußerst athletisch und dynamisch werden.
Nicht zufällig heißt der 1978 entstandene Film, der die Entstehung der Contact Improvisation dokumentiert, "Fall After Newton – or how does it feel to be the apple?".
Es geht also zunächst einmal weder um die Ästhetik besonders eleganter Bewegungen, noch um Tanz als Ausdrucksform, sondern um Bewegung pur – also Mechanik. Und das ist Physik.
Lernen mit allen Sinnen
Dass es erstrebenswert ist, mehrere Sinne am Lernen zu beteiligen, ist unumstritten. Wer vom "Lernen mit allen Sinnen" spricht, denkt meist an eine Verknüpfung von visuellen und auditiven Informationen. Das könnte z.B. ein Vortrag sein, der mit anschaulichem Bildmaterial ergänzt wird, eventuell gibt es auch noch einen Gegenstand zum Anfassen, ein Modell, das herumgegeben wird und den haptischen, den Tastsinn ansprechen soll. Geruchs- und Geschmackssinn werden im Klassenzimmer wenig angesprochen, es gibt einfach nicht so viele Lerninhalte, bei denen das Gustatorische oder Olfaktorische eine große Rolle spielen könnte - oder mögliche Verknüpfungen sind einfach noch nicht erkannt und erforscht worden.
Der kinästhetische, also der Bewegungssinn hat seine Nische vor allem im Sportunterricht, was sich in den letzten Jahren dadurch ein bißchen ändert, dass mancherorts das sogenannte "szenische Lernen" seinen Platz im Unterricht findet: Schülerinnen und Schüler verkörpern Elektronen, rennen durchs Klassenzimmer und gegen Widerstände an, sie reichen sich als Atome die Hände und gehen allerlei molekulare Verbindungen ein. Sie stellen also dar, was sie lernen sollen, haben es selbst erlebt und werden es sich deshalb auf einer anderen Ebene merken, als etwas, das sie lediglich gelesen oder gehört haben.
Die Idee des Bewegungslabors ist noch simpler. Sie beruht auf der Tatsache, dass physikalische Gesetze allgegenwärtig sind. Die SchülerInnen müssen also gar nicht so tun, als seien sie ein Körper, auf den die Schwerkraft wirkt, sie müssen es nur spüren (was nicht unbedingt leichter ist) und können dann beginnen zu erforschen, was passiert, wenn sie stehen, liegen, kippen, fallen ….
Das Bewegungslabor dient also nicht dem Veranschaulichen durch didaktische "Tricks", sondern stellt eine echte, unmittelbare Forschungssituation dar.
Das "Labor" als Lernform
Ein Großteil des Unterrichts an unseren Schulen funktioniert so, dass SchülerInnen Tatsachen präsentiert werden, die sie dann lernen, verstehen, wiedergeben und anwenden sollen. Im Falle der Pluralbildung im Englischen und der Eckdaten der französischen Revolution mag das ein sinnvolles Vorgehen sein.
Andere Inhalte können sich Lernende durch eigenes Forschen erschließen.
So können wir zum Beispiel bei Stoffen wie Anatomie oder Mechanik für den Prozess des Lernens den unglaublichen Vorteil nutzen, dass sie unmittelbar mit den SchülerInnen zu tun haben. Nicht nur das Skelett im Biosaal, sondern jedeR einzelne SchülerIn der Klasse verfügt über eine Elle und eine Speiche. Wenn ich nun also Elle und Speiche an meinem Arm ertaste und dabei das Handgelenk bewege, kann ich begreifen, warum diese Knochen so und nicht anders geformt sind. Sie müssen um einander rotieren können.
Und die Schwerkraft wirkt nicht nur auf einen theoretisch "gegebenen Körper A", sondern auf uns alle. Wenn ich stehe, kann ich das wahrnehmen. Schlicht und einfach am Druck meiner Fußsohlen gegen den Boden. Wenn ich Gewicht verlagere, verändert sich dieser Druck. Was passiert wenn ich mich hinlege, gehe, mich anlehne, jemanden trage? Schon bin ich mitten im Forschen und erfahre mehr über die Gesetze der Mechanik als jedes Schaubild mir vermitteln könnte – weil ich es ganz einfach am eigenen Leib erfahre.
Es geht zunächst einmal um das Themengebiet Kräfte: Betrag, Angriffspunkt, Richtung, Kraft und Gegenkraft, Kräftegleichgewicht, Ersatzkraft - also Inhalte aus dem ersten Jahr Physik.
Das Bewegungslabor ist kein fertiges Konzept oder Modul, das nach einem ganz Schema durchgeführt wird. Es will vielmehr einen Raum schaffen, in denen sich Schülerinnen von (passiv) zu Belehrenden in (aktiv) Lernende verwandeln können.
Der Begründer der Contact Improvisation, Steve Paxton, wird so zitiert: You can’t teach Contact Improvisation, the dance is the teacher." Ob das so zutrifft oder nicht, hängt meiner Ansicht nach sehr davon ab, wie ich meine Rolle als Lehrerin verstehe. Im Bewegungslabor geht es mir darum, Dinge anzustoßen, indem ich auf Bewegungen und Kräfte aufmerksam zu machen, die uns vertraut sind, denen wir aber nie besondere Aufmerksamkeit schenken. Aus dem genaueren Hinsehen entsteht ein Bewusstsein, aus diesem Bewusstsein entstehen Fragen und Neugier, das weckt den Forschergeist und der ebnet den Weg zu Erkenntnis – oder zu neuen Fragen, was ja oft viel aufregender ist als Antworten. Und es ist befriedigender, etwas selber herausfinden anstatt fertige Erkenntnisse präsentiert zu bekommen. Wenn das Labor in vollem Gange ist, gehen die SchülerInnen in Kleingruppen ihren eigenen Fragen nach und präsentieren sie am Ende . Ich stehe ihnen nur noch beratend zur Seite und kann auf manche der aufkommenden Fragen selber keine Antwort geben.
Dank
Mein besonderer Dank gilt RSL Herrn J.[- wegen Datenschutz anonymisiert -] und der Fachschaft Physik der Markgraf-Georg-Friedrich-Realschule (staatl. Realschule Heilsbronn), die mir durch ihre Experimentierfreude und Neugier ermöglicht haben, eine erste Idee in die Tat umzusetzen, zu erproben und weiterzuentwickeln.
Außerdem danke ich Herrn L. [- wegen Datenschutz anonymisiert -], der am Ohm-Gymansium/Erlangen Physik unterrichtet und mit Contact Improvisation vertraut ist. Wir haben gemeinsam viel ausprobiert und er hat mich mit den Fachtermini vertraut gemacht.
Kontakt
[…]
[verzögerte Veröffentlichung♠ 1]Liste der redaktionellen Inline-Kommentare
♠ 1) Die Meldung wurde schon am 07.07.2010 von der Redaktion bearbeitet. Auf Grund der angestrebten Aktualität von Meldungen für die Leser wurde die Veröffentlichung auf den 20.07.2010 verschoben.
Ihre Redaktion der Internet-Zeitung www.buergerstimmen.de.
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Göttingen, Bildung 20.07.2010 Gesamtschulen |
Göttingen 21.07.2010 Film-Fabrik Bildung 16.07.2010 Behindertenschultransporte |
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Gesamtschulen 20.07.2010 Stefan Wenzel, Fraktionsvorsitzender der Grünen im niedersächsischen Landtag, reagiert mit der Pressemeldung auch eine Äußerung vom FDP-Fraktionsvorsitzenden im Göttinger Kreistag. Er verweist darauf, dass jeder Schulplatz an einer Göttinger Gesamtschule mit zwei Kindern besetzt werden könnte. Weiter wiederholt Wenzel seine Forderung nach einer weiteren Gesamtschule in Göttingen, um dem Elternwillen gerecht zu werden. In ähnlicher Weise argumentiert Jürgen Trittin, dessen Pressemeldung mitzitiert wurde. Sparen 19.07.2010 Angesichts des Weggangs des Dezernenten Ludwig Hecke schlägt die Ratsfraktion der CDU vor, die Stelle zukünftig unbesetzt zu lassen, um so das Defizit im Haushalt zu minimieren. Nach Ansicht der CDU könnten die bisherigen Ressorts Schule, Jugend und Ordnung leicht auf die übrigen Dezernate verteilt werden. CinemaxX 20.07.2010 Das CinemaxX zeigt in der Kinowoche vom 22.7. bis zum 28.7. das Animationsabenteuermärchen "Für immer Shrek" und die Spielzeugfabel "Toy Story 3". Bei den regulären Filmen laufen neu das Remake von "Karate Kid" sowie der Agentenfilm "Knight and Day" an. Neben verschiedenen Aktion-, Liebes-, Horror- und sonstigen Filmen wird zum Beispiel "Hanni und Nanni", "Marmaduke", " Eclipse – Bis(s) zum Abendrot" oder auch "Vincent will Meer" gezeigt. Als weitere Previews darf sich an ausgewählten Tagen der Zuschauer auf "Freche Mädchen 2" und "Inception" freuen. Deli & Welttheater 20.07.2010 Das Einbecker Kino Deli zeigt in der Woche vom 22.7. bis 28.7.10 das 3D-Animationsabenteuermärchen "Für immer Shrek", die Agenten-Actionkomödie "Knight and Day" und die Werde-Kämpfer-Erzählung "Karate Kid". Im Welttheater wird der dritte Film aus der Twilight-Saga "Eclipse" gezeigt. 380kV-Protest 19.07.2010 Mit einer Pressemeldung reagiert Ronald Schminke, niedersächsischer Landtagsabgeordneter der SPD, auf die Anwürfe vom Bundestagsabgeordneten Dr. Lutz Knopek (FDP). Im Detail bleibt Schminke bei seinem Vorwurf, dass die Route zu Lasten der Menschen in Südniedersachsen gehe. Mit scharfen Worten reagiert er auf den Vorwurf, wonach er mit seinem Verhalten die Energiewende und die regenerativen Energien sabotiere. Weiter wiederholt Schminke seine Forderung, dass sich der neue Ministerpräsident McAllister (CDU) mehr für die Menschen in Südniedersachsen engagieren solle. Türproteste 19.07.2010 Angesichts der Atompolitik der Schwarz-gelben Koalition ruft die Initiative Campact e.V. unter anderem zu einer Lärmkundgebung vor der FDP-Kreisgeschäftsstelle in Göttingen auf. Mit Tröten, Trommeln und anderen Lärm-machenden Instrumente soll deutlich gemacht werden, dass die Menschen einen möglichst schnellen Ausstieg aus der Atomenergie wünschen. In weiteren Städten werden zeitgleich ähnliche Aktionen durchgeführt. | |
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Hinweis 22.07.2010 Bei Wahlen oder auch zu anderen Anlässen werden oft Ergebnisse von repräsentativen Umfragen veröffentlicht, ohne dass dabei die Schwankungsbreiten bei den Ergebnissen angegeben ist. Diese Schwankungsbreiten sind wichtig, wenn statistisch begründete Folgerungen aus Umfragen gezogen werden. Als grobe Faustregel kann gesagt werden, dass in repräsentativen Umfragen um den ermittelten Prozentwert Schwankungen bei 100 Befragten um bis zu 10%-Punkte, bei 300 Befragten um bis zu 6%-Punkte, bei 500 Befragten um bis zu 4,5%-Prouzentpunkte und bei 1000 Befragten um bis zu 3,2% Prozentpunkte auftreten können. Die absolute Schwankungsbreite sinkt, wenn das Umfrageergebnis stärker von dem 50%-Wert abweicht. Gleiche Arbeit - Gleiches Geld 14.07.2010 Mit der Unterschriftenaktion reagiert die IG Metall gegen den zunehmenden Missbrauch der Leiharbeit, bei welcher die Leiharbeiter weniger Lohn, schlechtere Arbeitsbedingungen und weniger Kündigungsschutz hinnehmen müssen als die mit der gleichen Arbeit betraute Stammbelegschaft. Als Schirmherren unterstützen laut Pressemeldung diese Aktion die Ex-Bundesarbeitsminister Dr. Ehrenberg (1976 - 1982), Dr. Blüm (1982 - 1998) und Riester (1998 - 2002). Film-Fabrik 21.07.2010 Die Duderstädter Film-Fabrik zeigt in der kommenden Kinowoche das Animationsabenteuermärchen " Für immer Shrek", den vampirösen Liebesfilm " Eclipse – Bis(s) zum Abendrot", den Agentenfilm "Knight and Day" sowie den Science-Fiction-Thriller "Predators". Als Filmkunst wird am Dienstag und Mittwochabend "Die Affäre (Partir)" präsentiert. Stadtradiotipps 26.7. – 1.8.10 21.07.2010 Für das Programm der hauptamtlichen Redaktion sind für die kommende Wochenwerktage vom 26.7. bis 30.7.10 folgende Beiträge geplant: "Blitzturnier mit St. Pauli in Göttingen" [Mo. 8:40], "Klima in Friedland"[Mi. 9:10] und "Bioenergiedorf Barlissen"[Fr. 8:35]. Die Sendung "brain drain" ist in "Into the Pit" umbenannt worden und bringt weiterhin harten Rock an jedem Mittwoch von 22:00-24:00. Behindertenschultransporte 16.07.2010 In der Pressemeldung weist der Landkreis Göttingen auf die Verbesserungen hin, die sich aus der Umstrukturierung der Transporte für behinderte Schüler ergeben. Durch die Bindung der Lose an die Schulen wird eine Verkürzung der Fahrzeiten für die Schüler erreicht, wobei die Fahrzeit maximal 60 Minuten betragen darf. Gleichzeitig wurden beim Vergabeverfahren Dreipunktgurte auf jedem Sitz vorgeschrieben. |