geändert am 23.02.2010 - Version Nr.: 1. 1841

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Bildsprache
Mit Tautropfen übersäte Libelle wurde Naturfoto-Preisträger – manipuliert?

20.02.2010 Der Verband Deutscher Naturparke prämiert monatlich bzw. jährlich ausdrucksstarke Fotos aus den Deutschen Naturparks. Auch im Dezember 2009 wurden zwei Fotos prämiert, die die Schönheit und Faszination der Natur darstellen sollen. Eines der beiden Siegerfotos zeigt eine Libelle, die scheinbar mit vielen Tautropfen übersät ist. Das Foto sieht schön aus und ist nach Dr. Porths Meinung erst durch intensive Fotonachbearbeitung des Fotografen entstanden. Mit Hilfe einer Abschätzung zeigt er, dass die dargestellten Tropfen zu klein sind, um real zu sein. Auch die unterschiedliche Größe der Tautropfen belegt, dass hier ein Fotokünstler die thermodynamischen Prinzipien ausgehebelt hat.
[Aber das Foto eignet sich sicher gut für den Unterricht, um den Blick der Schüler und Studenten für "Fälschungen" zu schärfen. Dr. Dieter Porth]

 
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Wurde das Bild manipuliert ? – Ich denke ja, denn es ist unrealistisch.

Das Originalfoto findet sich auf der Seite http://www.naturparke.de/presse_pressefotos.php?kat=1

©2010
Pressefoto: , 2010 © Insekt mit nachträglich eingezeichneten Kenngrößen (leicht verkleinert).jpg
Insekt mit nachträglich eingezeichneten Kenngrößen (leicht verkleinert).jpg

Das Bild ist manipuliert worden, wie der Widerspruchsbeweis zeigt.
Eine Berechnung wird zeigen, dass die abgebildeten Tropen selbst unter leicht überschätzenden Annahmen viel zu klein sind, um real zu sein. Um dies zu verstehen, muss man natürlich ein klein bisschen Mathematik beherrschen.

Der Kopflänge der Libelle, die üblicherweise bis zu 40mm lang wird (Link zur Libellenbeschreibung: http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/marten.oly/Gross/Libelle70.html), wird optimistisch mit zirka 5mm abgeschätzt. Im Bild entspricht die Kopflänge gemäß des Satzes von Pythagoras (a^2+b^2=c^2) entspricht einer Pixelanzahl von
Wurzel( (321-207)^2 + (360-118)^2)
= Wurzel (12996 + 58564)
= Wurzel (71560)
= 267,5 Pixel
Damit hat ein Pixel (optimistisch überschätzt) ungefähr die Länge von
5 mm / 267,5 Pixel = 0,018 mm
In dem Bild ist ein kleinerer Tropfen im Bildvordergrund gekennzeichnet, der einen Durchmesser von zirka 12 Pixeln hat. Festzustellen ist, dass hier aber nicht unbedingt der kleinste Tropen ausgewählt wurde.
Der Tropfen hätte also laut Foto einen Durchmesser von 0,224 mm gehabt. Dies wird optimistisch nach oben gerundet auf 0,26 mm, so dass der Radius optimistisch mit 0,13 mm abgeschätzt wird. Wahrscheinlich ist der Tropfen eher kleiner, weil der Kopf kürzer als 5 mm ist und weil sämtliche Abschätzungen eher optimistisch ist. Weiterhin liegt der Tropfen vor dem Kopf, so dass auch die berechnete Schätzung der Maßstabslänge eines Pixels als zu optimistisch gelten darf.
Der im Bild gekennzeichnete Tropfen vom Wasserhahn hätte damit ein Volumen von
Kugelvolumen = 4/3*Pi *(0,13mm)^3 = 0,0092 mm^3
Angesichts der optimistischen, überschätzenden Annahmen dürfte der Tropfen sicher ein geringeres Volumen haben.

Normalerweise sagt man, dass zirka 30 Wassertropfen ungefähr einem Milliliter (1 ml) entsprechen. (kurze einfache Übersicht zur Tropfenphysik: http://www.buetzer.info/fileadmin/pb/HTML-Files/WebHelp/Oberfl_chenspannung.htm, http://de.wikipedia.org/wiki/Tropfen ) Damit gilt
1 ml = 1 cm^3 = 1000 mm^3
Ein Tropfen am Wasserhahn hat somit ein Volumen von 33 mm^3.
Wenn man nun pessimistisch annimmt, dass die herbstlichen Tautopfen an Spinneweben zehnmal so kleiner wie die Tropfen am Wasserhahn sind, dann ist entsprechend das Volumen tausendmal kleiner. Ein kleiner Tautropfen hätte also ein Volumen von 0,033 mm^3.

Der mit pessimistischen Annahmen abgeschätzte Tautropfen ist also gut dreimal größer als das Volumen eines unter optimistischen Annahmen berechneten Minitropfen auf dem Insekt.
Aber wer dieser Argumentation nicht folgen mag, der sollte vielleicht einmal folgende Überlegung anstellen. Da Tropfen mit Abnahme der Größe aus thermodynamischen Gründen schneller und leichter verdunsten als große Tropfen (erhöhter Dampfdruck bei kleinen Tropfen, http://resources.metapress.com/pdf-preview.axd?code=m438921q31741404&size=largest, http://books.google.de/books?id=VSX86dhZo78C&pg=PA579&lpg=PA579&dq=dampfdruck+kleiner+Tr%C3%B6pfchen&source=bl&ots=XNFozwcPiy&sig=rUCbtY80-0RapMD1mrMYeodgP-s&hl=de&ei=Gst_S6HUKtapsQbykvHOBA&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2&ved=0CA0Q6AEwAQ#v=onepage&q=dampfdruck%20kleiner%20Tr%C3%B6pfchen&f=false ), sollten die benachbarten Tröpfen alle ungefähr die gleiche Größe haben. Wenn sie das nämlich nicht haben, so werden die kleinen Tropfen schnell verdunsten und an den großen Tropfen kondensieren, um im lokalen Bereich ein Verdampfungsgleichgewicht einzustellen. Im Spätherbst sind genau aus diesem Grunde die Tautröpfen in lokalen Bereichen immer ungefähr gleich groß. ♠ 1.

Er gibt verschiedene weitere Annahmen, die mich vermuten lassen, dass dieses Bild gefälscht st.
Normalerweise bietet der Chitin-Panzer eines Insekts kaum die Möglichkeit, damit auf dem Chitin das Wasser kondensieren kann. Ich habe im Herbst beispielsweise noch nie ein Insekt mit Tautropfen gesehen. Weiterhin vermute ich, dass auf den Augen der Insekten schon aus evolutionären Gründen ein Lotusblüteneffekt zu beobachten sein sollte. Schließlich dient das Auge als Schutz vor feinden. und es wird kein Wassertropfen darauf auskondensieren.
Die angedeuteten Tropfen auf dem Auge der Libelle sind nach meiner Meinung mit einem Fotoprogramm hineinmanipuliert .

Aber es gibt noch ein weiteres Indiz. Obwohl das Insekt über und über mit Wassertropfen bedeckt ist, findet sich auf dem Halm kein einziger Tautropfen. Mir ist neu, dass die Wassermoleküle zwischen Insekten und Halmen unterscheiden können.

In Bildern kann man lügen.
Hier hat sich die Jury bei www.Naturparke.de wirklich an der Nase herumführen lassen, wobei der ästhetische Reiz des bearbeiteten Fotos unbestritten ist. Aber der Wettbewerb will, so würde ich es jedenfalls erwarten, gerade Fotos prämieren, die realistisch & authentisch die Schönheit der Naturparke hervorheben.

Liste der redaktionellen Inline-Kommentare

♠ 1) Die Tautropfen bilden sich übrigens morgens, weil die Gegenstände im Spätherbst kälter sind als die morgendliche Umgebungsluft. Genau zu diesem Zeitpunkt können sich dann die vielen Tautropfen an einem eher windstillen Tag aus einem Lokalen Dampfdruckgleichgewicht heraus bilden.
Dr. Dieter Porth

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