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⇐ Plagiate
Jeder hundertste Student macht Abschreibewissenschaft nach dem "zu-Guttenberg"-Prinzip
12.05.2012 Die Sozialwissenschaftler der Universität Leipzig haben unter 474 Studenten nachgefragt, wie viele schon einmal bewusst eine Textstelle abgeschrieben haben, ohne diese Textstelle in ihrer Arbeit korrekt zu zitieren. Im Rahmen einer anonymen Umfrage sagten 22% aller Studenten, dass sie solches schon getan haben. Über ein Prozent aller Studenten gab sogar zu, dass sie ihre Arbeit in großen Passagen abgeschrieben zu haben. Eine solcher Vorgehen bei seiner Doktorarbeit zwang den ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zum Rücktritt.
Emailnachricht: Kontaktlink zu Universität Leipzig [ Homepage ]
Die Universität Leipzig meldet - Fast jeder vierte Student schmückt sich mit fremden Federn
(Info zur Meldung viom Informationsdienst Wissenschaft (IDW) am 11.5.12 – angesurft bei der Universität Leipzig am 12.5.12 (Zietiergrundlage) - Link zur Meldung beim IDW angesurft am 12.5.12) - Bereich: Forschung - Sachgebiet: Geistes- und Sozialwissenschaften -
Fast jeder vierte Student hat sich laut einer Umfrage der Universität Leipzig schon einmal bei einer wissenschaftlichen Arbeit mit fremden Federn geschmückt. Bei einer empirischen Studie von Ben Jann, Julia Jerke und Ivar Krumpal des Instituts für Soziologie der Universität Leipzig, die kürzlich in der renommierten Zeitschrift "Public Opinion Quarterly" veröffentlicht worden ist, gaben 22 Prozent der befragten Studierenden an, schon einmal bewusst eine Textpassage aus einem fremden Werk übernommen zu haben, ohne diese als Zitat zu kennzeichnen. Die Forscher haben dabei eine spezielle Methode eingesetzt, die auf mathematischen Überlegungen der Wahrscheinlichkeitsrechnung beruht und dem Befragten eine vollständig anonyme Antwort garantiert.
Für die Untersuchung wurden an der Universität Leipzig, der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Ludwig-Maximilians-Universität München 474 Studierende verschiedener Fächer befragt, 310 davon anonym. "Die Bereitschaft, wahrheitsgemäß auf unangenehme Fragen zu antworten, ist unter anonymen Bedingungen deutlich größer", berichtet Thomas Voss, Professor für Soziologie an der Universität Leipzig, der zusammen mit seinem emeritierten Kollegen Karl-Dieter Opp das DFG-Forschungsprojekt "Heikle Fragen in Umfragen" leitet.
"Aufgrund der Fülle von Informationen im Internet war es noch nie so leicht wie heute, fremde Gedanken, Ideen und Konzepte in die eigene Arbeit einzubauen und unter Anmaßung der Autorenschaft fälschlicherweise als Eigenleistung auszugeben", schildert Studienautorin Julia Jerke. Zugleich habe sich mit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge der Leistungsdruck erhöht, von Beginn des Studiums an gute Prüfungsnoten zu sammeln und nicht erst wie früher am Ende in den Abschlussprüfungen. Mehr als ein Prozent der anonym Befragten gestanden sogar ein, dass jemand anderes den Großteil einer wissenschaftlichen Arbeit für sie geschrieben habe oder sie eine fremde Arbeit, die sie zum Beispiel im Internet gefunden hätten, vollständig übernommen und als ihre eigene ausgegeben hätten. "Auf den ersten Blick scheint diese Zahl nicht hoch zu sein", schätzt Voss ein, der für das Forschungsvorhaben mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Universität Bern kooperiert. Doch unterstellt man eine vergleichbare Bereitschaft zur Einreichung von Plagiaten auch für Abschlussarbeiten, so könne man für eine große Universität, an der jährlich etwa 5000 Abschlussarbeiten angefertigt werden, damit rechnen, dass den Prüfungsbehörden neben 1100 Arbeiten mit einzelnen plagiierten Textpassagen auch mindestens 50 vollständige Plagiate vorgelegt würden.
"Diese Schätzungen scheinen am ehesten noch konservative Untergrenzen zu sein, da nicht alle Studenten wahrheitsgemäße Selbstauskünfte geben", ergänzt Dr. Ivar Krumpal, Studienautor und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie. Es sei von einer großen Dunkelziffer auszugehen, die in scharfem Kontrast zu der Handvoll von Plagiaten stehe, die jedes Jahr aufgedeckt werden. "Nachlässigkeiten im Umgang mit Plagiaten decken nicht nur unfaires Verhalten, sondern gefährden das Wissenschaftssystem insgesamt, weil sie seinen Belohnungsmechanismus tendenziell außer Kraft setzen, nämlich wissenschaftliche Originalität zu prämieren", befindet Voss.
Universitäten sollten "noch klarere Richtlinien und einen Zitierknigge formulieren", die für alle Fakultäten vereinheitlicht und unter den Professoren, Dozenten und Studenten verbreitet werden müssten. "Bereits bestehende Regelungen sollten systematischer durchgesetzt und entdecktes Plagiieren mit aller Konsequenz bestraft werden", fordern die Soziologen. "Sonst würde langfristig die Reputation von Universitäten als Ganzes in der Öffentlichkeit in Frage gestellt werden."
Sven Eichstädt
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Superabsorber 12.05.2012 Zwei Forscher am Karlsruher Institut für Technologie haben ein neues Prinzip zur Meerwasserentsalzung ersonnen. Statt dem thermischen Verfahren der Destillation oder dem elektrischen Verfahren der Umkehrosmose nutzen sie ein mechanisches Verfahren. Als Salztrenner verwenden sie sogenannte Superabsorber, die in modernen Einwegwindeln zum Aufsaugen von Flüssigkeiten verwendet werden. Diese Stoffe nehmen aus Meerwasser bevorzugt das Wasser auf und lassen eine aufkonzentrierte Salzlauge zurück. Das aufgenommene Wasser lässt anschließend aus dem Superabsorber wie aus einem Schwamm auspressen. Nach drei bis vier solcher Extraktionsschritten kann man aus Meerwasser Trinkwasser herstellen. Die Meldung sagt nichts zur Langzeitstabilität dieses Wirkprinzips. Breitbandinternet 12.05.2012 Voraussichtlich am 14. Juni ab 17:00 soll eine Informationsveranstaltung für die Kommunen zum Ausbau des Breitbandinternets im Landkreis Göttingen stattfinden. Dort wird es unter anderem um die Frage gehen, wie es mit den Nicht Breitband-Internetgebieten in den Kommunen weitergehen wird bzw. kann. Weiter führt die Meldung aus, dass derzeit in Zusammenarbeit mit dem Breitbandkompetenzzentrum Niedersachsen versucht wird, Karten zum Überblick über die Grundversorgung mit dem Breitbandinternet zu erstellen. Demonstrationsrecht 12.05.2012 Die Göttinger Ratsfraktion und der Göttinger Kreistagverband der Linken solidarisieren sich mit den Veranstaltern der Blockupy-Bewegung, die ab dem 16. Mai in Frankfurt am Main gegen die Troika Europäische Zentralbank (EZB), Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfond (IWF) protestieren wollen und die die derzeitigen Verbote der Stadt Frankfurt als Angriff gegen die Demonstrationsfreiheit sehen. Der Meldung ist der Aufruf von Ende April, eine aktuelle Meldung von Blockupy-Bewegung sowie eine Pressemeldung der Stadt Frankfurt beigefügt, in welcher diese zum Beispiel auch die bei vielen Campern üblichen Heizpilzen auf dem Campgelände untersagt. Fuchsstaupe 12.05.2012 Bei mehreren Füchsen im Bereich von Geismar und Diemarden wurde die Fuchsstaupe diagnostiziert. Die Staupe kann auch über die Schleimhäute auf Hunde übertragen werden und bei diesen zum Tode führen. Die Kreisverwaltung rät deshalb bei Spaziergängen die Hunde anzuleinen. Erfolg 12.05.2012 Die Ratsfraktion der Grünen zeigt sich erfreut über den Förderpreis aus dem Umweltministerium, mit dem das umweltpolitische Engagement der Stadt Göttingen honoriert wurde. Die Grünen freuen sich, dass die Stadt das bisherige klimapolitische Konzept zu einem Masterplan ausbauen will. Sie wünscht sich in der Meldung, dass zum Beispiel das Projekt "Schaufenster e-Mobilität der Metropolregion" in den Masterplan mit einfließen sollte Fördergelder 12.05.2012 Als eine von neunzehn Kommunen erhält die Stadt Göttingen vom Bundesumweltministerium einen vierjährige Förderpreis in Höhe von insgesamt 430k €. Das derzeitige Klimaschutzkonzepts soll zu einem Masterplan weiterentwickelt werden, wobei die Energieeffizienz bei der Gebäudeisolierung, beim Verkehrsaufkommen und bei der Lehre an der Universität besonders im Fokus stehen werden. Weiter sollen die Stadtwerke zum Energieeffizienzunternehmen werden und bis 2050 soll die Versorgung der Stadt mit regenerativer Energie aus dem Umland gesichert werden. | |
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Junges Theater 14.05.2012 Das Junge Theater präsentiert in der Woche vom 17.5. bis 23.5.12 die Schulkomödie "Frau Müller muss weg", den theatrischen Trip in "Ecstasy" und die Bürokomödie "Doig! - Das Musical ohne Gesang, ohne Tanz und mit sehr wenig Musik". Musikalisch wird es am Mittwoch während der Show "Denn wovon lebt der Mensch?" und während der vier Vorstellungen von "Young Amadigi". Diese Händel-Opernbearbeitung mit jugendlichen Sängern aus der Region feiert am Sonntag ab 17:00 seine Premiere. Abwägung 14.05.2012 In einer Pressemeldung berichtet die Stadt rückblickend von der letzten Ratssitzung. Als Besonderheit wird ein Verbotsbeschluss hervorgehoben. Wegen zahlreicher Anwohnerbeschwerden hat der Rat beschlossen, dass es für den öffentlichen Straßenraum in der Nikolaistraße und auf dem Nikolaikirchhof verboten ist, am Samstagmorgen bzw. Sonntagmorgen von 0 Uhr bis 8 Uhr öffentlich Alkohol zu konsumieren. Vor Ort wird auf das öffentliche Sauf-Verbot hinwiesen werden. Weiter wird in der Meldung auf weitere behandelte Anträge eingegangen. ThOP 14.05.2012 Das Theater im OP an der Uni Göttingen präsentiert in der Woche vom 17.5. bis 23.5.12 unter dem Titel "Und wovon träumst du nachts?" die drei Gewinnerstücke des 5. ThOP Wettbewerbs für Nachwuchsdramatiker. Die Stücke "Sand", "von dir über dich neben mir" sowie "my life between the two fucking hemispheres of the brain" dauern jeweils zirka fünfzig Minuten. Am Sonntag findet wieder ab 20:15 ein "Poetry Slam Special" statt. Schwimmen 14.05.2012 Die Stadt Göttingen zitiert eine Pressemeldung der GoeSF GmbH, wonach ab dem 16. Mai 12 die Freibäder am Brauweg, in Grone und in Weende geöffnet sind. In Weende und im Brauweg kann werktags ab 6:30 geschwommen werde. Am Wochenende öffnet das Bad in Weende um 9:00 und am Brauweg um 8:00. In Grone beginnt der Badespaß täglich ab 9:00. Die Freibäder schließen werktags um 20:00 und am Wochenende um 19:00. Premierenkritik 13.05.2012 Am 12.5. hatten im ThOP gleich drei Stücke ihre Uraufführung. Die Aufführungen waren der Preis für die Gewinnern des 5. ThOP-Wettbewerbs für Nachwuchsdramatiker. Im Stück "Sand" von Arnit Esau ist der Träumer Nemmerjahn auf der Suche nach dem, was in seinem Traum fehlt. Bei "Von Dir über Dich neben Mir" lässt die Autorin Mia Frimmer das Publikum Anteilnehmen an den widersprüchlichen Gedanken einer Geliebten bezüglich ihres Geliebten/Gehassten. Das Stück "my life between the two fucking hemispheres of the brain" von Daniel Ratthei ist durchgängig Deutschsprachig und beschreibt die Gedanken in den Kopf des Komapatienten Jonny. In seinem Kopf leidet dieser an seinem mangelhaften Selbstbewusstsein, an Jennys Liebe und an seines Vaters Erwartungen. Zwei der drei Uraufführungen haben mir gut bis spitze gefallen. Bei dem dritten Stück bin ich mir unsicher, ob meine negativer Eindruck eher der Inszenierung oder eher dem Textbuch geschuldet ist. |